MANAGEMENT INTERVIEW

9:00 | 28.03.2018
mVISE: „Viel mehr Nachfrage, als wir bedienen können“

Digitalisierungs-Experten sind stark gefragt: Das zeigt sich auch in den überdurchschnittlichen Wachstumsraten der Düsseldorfer mVISE AG. Vorstand Manfred Götz hat ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2020 will er mVISE unter den Top-20 der mittelständischen IT-Anbieter im Bereich der Digitalen Transformation positionieren und die EBIT-Marge dabei auf 15 % annähernd verdoppeln.

„Die aktuelle Entwicklung bei unseren Produkttöchtern stimmt uns hierbei sehr optimistisch. Darüber hinaus sehen wir uns auch im Beratungsgeschäft aktuell mit einem extremen Angebotsmarkt konfrontiert“, verrät Götz (Foto unten) im Interview mit financial.de. Um dem steigenden Anlegerinteresse gerecht zu werden, baut mVISE seine Investor-Relations-Aktivitäten aus – auch in Richtung internationaler Investoren.

financial.de: Herr Götz, mVISE ist nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2017 um über 75 % auf 16,1 Mio. Euro gewachsen. War dieses Umsatzplus in erster Linie auf Zukäufe zurückzuführen oder haben Sie auch organisch eine hohe Dynamik verzeichnet?

Manfred Götz: Das Geschäftsjahr 2017 war aus unserer Sicht in jeder Hinsicht ein außerordentlich erfolgreiches Jahr. Das genannte Umsatzplus resultiert im Wesentlichen aus dem starken organischen Wachstum im Bereich der Professional Services. Dieses wurde im letzten Quartal anorganisch ergänzt, durch Umsätze in Höhe von knapp über 1 Mio. Euro aus dem Erwerb des Beratungsbereichs der SHS Viveon AG. Unsere ursprünglich angestrebte Zielmarke von 14 Mio. Euro Gesamtleistung hätten wir jedoch auch ohne diese Umsätze bei weitem übertroffen.

M. Götzfinancial.de: Wie weit ist die Integration des im vierten Quartal 2017 übernommenen Teilbetriebs der SHS Viveon AG schon fortgeschritten? Haben sich Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Götz: Die Integration ist aus unserer Sicht hervorragend gelungen. Alle Arbeitsverträge konnten erfolgreich übernommen werden und die Mitarbeiter sind nach unserer Einschätzung gut im neuen Unternehmen angekommen.

Die Düsseldorfer Mitarbeiter ergänzen mit ihren Kunden vor allem im Telekommunikationsbereich perfekt unser bestehendes Know-how und unsere bestehenden Kundenverbindungen. Die Kollegen konnten wir in unseren bestehenden Räumlichkeiten mit aufnehmen, so dass hier keine weiteren Miet- oder Umzugskosten angefallen sind.

Die Münchner Kollegen haben die mVISE dagegen mit einem neuen Standort bereichert, so dass wir nun auch für Kunden im süddeutschen Raum eine Präsenz vor Ort haben. Wir sind froh, dass wir nun auch zum 1. März 2018 mit Lars Gaworski einen erfahrenen Niederlassungsleiter für diesen Standort gewinnen konnten.

Darüber hinaus ist an beiden Standorten eine problemlose Übernahme von laufenden Projekten und Kundenbeziehungen erfolgt. Unsere Erwartungen haben sich hier also in vollem Umfang erfüllt.

financial.de: Vor wenigen Tagen haben Sie die neue Strategie 2018+ vorgestellt. Könnten Sie unseren Lesern bitte kurz die wichtigsten Eckpunkte Ihres neuen 3-Jahres-Plans skizzieren?

Götz: Nachdem wir uns in den vergangenen drei Jahren im Rahmen der Strategie 2015+ erfolgreich von einer Mobile-Marketing-Agentur hin zu einem IT-Anbieter gewandelt haben, möchten wir im Zeitraum 2018 bis 2020 in die Liga der führenden Player im deutschsprachigen Raum aufsteigen und dabei den Fokus auf die Aufgabenstellungen der Digitalen Transformation legen. In diesem Rahmen soll ein weiteres Wachstum des Umsatzes auf 35 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020 erfolgen – bei einer auf 15 % annähernd verdoppelten Marge. In diesem Zeitraum planen wir die Schaffung von rund 100 neuen Stellen an den Standorten Düsseldorf, Hamburg, Bonn, Frankfurt und München. Damit wird sich die Anzahl der Mitarbeiter bis 2020 ebenfalls annähernd verdoppeln.

financial.de: Welche strategischen Projekte haben Sie im Unternehmen bereits angestoßen, um diese ambitionierte Ziele zu erreichen?

Götz: Hierzu haben wir eine ganze Reihe von Strategie-Projekten aufgesetzt. So möchten wir durch ein gezieltes Marketing unsere Wahrnehmung am Markt verändern, d. h. gegenüber Kunden, aber auch durch ein deutliches Employer Branding gegenüber potenziellen Bewerbern. Mit einem verbesserten Recruiting möchten wir die Basis für ein weiteres organisches Wachstum legen und damit auch in finanzieller Hinsicht weitere Skaleneffekte erzielen.

Auch hinsichtlich des Vertriebs möchten wir uns neu aufstellen. Wir werden künftig den bestehenden Direktvertrieb zunehmend durch Online-Vertrieb und ein strategisches Partnering verstärken. Darüber hinaus werden wir unsere internen Prozesse wie beispielsweise das Finanz-Controlling, das Personalwesen und die interne IT auf die zunehmende Unternehmensgröße ausrichten.

financial.de: Warum gründen Sie für das Produkt SaleSphere eine eigene Tochtergesellschaft?

Götz: Mit der Ausgründung unseres Produktes SaleSphere in eine eigene Gesellschaft werden wir eine klare Trennung zwischen produktunabhängigen Professional Services in der Muttergesellschaft und innovativen Produkten in unabhängigen Tochtergesellschaften schaffen. Diese Produktgesellschaften möchten wir erfolgreich weiter entwickeln, so dass sich künftig die Produktumsätze im Verhältnis zu den Beratungsumsätzen überproportional ansteigen werden – und damit einen signifikanten Beitrag zur Margensteigerung des Gesamtunternehmens leisten. Auch das ist Teil unserer Strategie 2018+.

financial.de: Im Rahmen der Strategie 2018+ planen Sie eine signifikante Ausweitung der Produktumsätze. Umfasst dies auch Investitionen in neue Produkte oder geht es in erster Linie um die Ausweitung des Vertriebs für das bestehende Portfolio?

Götz: Wir haben in den vergangenen drei Jahren enorm in unsere Produkte ICC Cloud von Just Intelligence, die iPaaS-Plattform von elastic.io und unser Produkt SaleSphere zur Digitalisierung von Vertriebsprozessen investiert. Für die nächsten drei Jahre wird unser Schwerpunkt im Erzielen eines Return of Invests liegen. Wir werden hierzu in der Tat unseren Vertrieb ausweiten. Alle Produkte sollen verstärkt Online als Software-as-a-Service vermarktet werden. Darüber hinaus werden wir künftig verstärkt auf starke Partner und Reselling-Modelle setzen. Gleichzeitig werden wir unsere Produkte im Rahmen der Anforderungen unserer Kunden, Partner und des Marktes weiterentwickeln, um diese als führende Lösungen in ihrem Segment der Digitalen Transformation weiter zu etablieren.

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen: INTERVIEW

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.

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