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14:15 | 12.01.2018
Puma zwischen Aktienüberhang und MDAX-Fantasie

Schnellere Entscheidungen, noch mehr Eigenständigkeit: Puma-Chef Bjørn Gulden sieht nur Vorteile, wenn der französische Luxuskonzern Kering die Mehrheit an dem Sportartikelhersteller abgibt. Trotz der gleichzeitig aufkommenden MDAX-Fantasie gerät die Aktie unter Druck.

“Wir sehen für unser Geschäft bei diesem Vorhaben keine Nachteile”, sagte Gulden am Freitag. Einen Anker-Investor wie Kering beziehungsweise die Holdinggesellschaft Artémis zu haben und gleichzeitig attraktiver für Investoren zu werden, sei “ein Optimum unter den Optionen, die ich kenne”. Auch wenn Kering Puma bisher schon stets große Freiheit gegeben habe, könne man nun Entscheidungen noch schneller treffen. “Wir wollen das schnellste Sportlabel der Welt werden”, sagte Gulden.

Kering hatte am Vorabend angekündigt, die Mehrheit an Puma mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach abgeben und unter seinen Aktionären verteilen zu wollen. Die Anteilseigner von Kering sollen rund 70 Prozent des Puma-Grundkapitals als Sachdividende erhalten. Kering selbst würde damit rund 16 Prozent an Puma behalten. Artémis, die Holdinggesellschaft von Kering-Chef François-Henri Pinault, soll künftig etwa 29 Prozent an dem deutschen Unternehmen halten.

Der Streubesitz der Puma-Aktie würde sich damit künftig von 14 auf 55 Prozent erhöhen. Wenn die Kering-Aktionäre dem Vorschlag am 26. April zustimmen, werde es danach “sehr schnell” gehen, sagte Gulden.

Streubesitz steigt deutlich

Die Anleger reagierten sehr verhalten auf die Ankündigungen: Zur Handelseröffnung gaben die Papiere mehr als 10 Prozent ab, konnten sich danach aber wieder deutlich erholen. Aktuell notieren sie aber immer noch gut vier Prozent im Minus bei 323 Euro.

Mit dem Mehrheitsverkauf von Kering würde Puma zwar wieder zu einem Kandidaten für den MDAX, allerdings könnte es einen größeren Aktienüberhang geben, der den Kurs latent belaste, erklärt ein Händler den Zwiespalt der Anleger. Hintergrund: Es wird befürchtet, dass die die Aktionäre von Kering ihre neuen Puma-Aktien schnell veräußern wollen.

Die Meinungen der Analysten gehen auseinander: Die Investmentbank Equinet stuften die Puma-Aktie von “Accumulate” auf “Buy” hoch und bestätigten das Kursziel von 430 Euro. Die im Zuge des avisierten Deals steigenden Handelsvolumina machten Puma zu einem attraktiveren Investment für Investoren, so Analyst Mark Josefson in seiner Studie.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux bestätigte seine „Halten“-Empfehlung und das Kursziel von 388 Euro. Das Analysehaus Warburg Research rät ebenfalls, die Aktie zu halten. Das Kursziel wurde bei 375 Euro belassen. Die Privatbank Berenberg empfiehlt die Puma-Papiere unverändert zum Kauf mit einem Kursziel von 405 Euro. Analystin Mariana Horn rechnet zwar zunächst mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung, nachdem Großaktionär Kering die Trennung von der Mehrheit der Puma-Anteile angekündigt hat. Langfristig sei es aber positiv, dass der Streubesitz steige und Artemis, die Holding der Familie des Kering-Chefs François-Henri Pinault, strategisch engagiert bleibe. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Puma


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