EXPERTEN

12:21 | 09.10.2018
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 157.50-158.86, Tendenz freundlich

Die internationalen Finanzmärkte standen zum Wochenstart unter dem
Eindruck steigender US- Zinsen auf der einen sowie zunehmenden Sorgen
über die italienische Haushaltspolitik auf der anderen Seite.
Nach dem robusten US- Arbeitsmarktbericht vom Freitag klingen die
Warnungen von US- Notenbankchef Powell, die Leitzinsen seien noch weit
von einem neutralen Niveau entfernt, in den Ohren vieler Anleger.
Während die Bondmärkte in den USA wegen eine Feiertages geschlossen
blieben, suchten hierzulande viele Investoren mit Blick auf die
Turbulenzen am italienischen Anleihemarkt und deutlich nachgebenden
Aktiennotierungen den sicheren Hafen qualitativ hochwertiger
Staatsanleihen.
Bundesanleihen zeigten sich nach dem schwachen Vorwochenschluss gut
erholt und machten die Verluste wieder wett. Nur ultralange Laufzeiten
wurden eher vernachlässigt. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen
Papieren weitete sich auf 63 BP aus.10-jährige Bonds aus Belgien (0.88
%) und Frankreich (0.87 %) verloren gegen vergleichbare deutsche
Staatsanleihen 1.5 BP.
Die Anleihemärkte der EU- Peripherie kommen angesichts der Kritik des
italienischen Vize- Regierungschefs Salvini an der EU- Spitze nicht zur
Ruhe. Sorgenvoll sind die Augen auf den Haushaltsentwurf gerichtet, der
am 15. Oktober in Brüssel vorliegen muss. BTPs gerieten unter
erheblichen Abgabedruck und zogen Anleihen der anderen Mittelmeerländer
mit nach unten. Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer (1.59 %) und
portugiesischer Bonds (1.96 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren
Bundesanleihen um 5-5.5 BP aus, italienische Anleihen (3.56 %/+19 BP)
rentierten jetzt mehr als 300 BP höher als Bunds.
Am US- Bondmarkt sind die Renditen nach den sehr robusten
Arbeitsmarktdaten weiter gestiegen. Gestern blieb der Markt wegen eines
Feiertages geschlossen. In Fernost tendieren US- Treasuries angesichts
uneinheitlicher Vorgaben von den asiatischen Aktienmärkten wenig
verändert. Nur ultralange Laufzeiten verbuchen kräftige Abschläge. Der
Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weitete sich auf 35.5 BP
aus.
Der Bund- Kontrakt (158.06) legte 49 Stellen zu, Bobl (130.57) und
Schatz (111.805) gingen 20 bzw. 4 ½ Ticks höher aus dem Markt. Die
Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.53 %, der
Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigt sich
geringfügig auf 107 BP. 10-jährige US- Treasuries bei 3.24 %. Der Euro
verbilligt sich 1.15 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 74.7
Dollar.
In der Woche nach dem US- Arbeitsmarktbericht sind Konjunkturdaten eher
Mangelware. Nach den schwachen deutschen Produktionszahlen (-0.3 %/-0.1
%) vom Vortag steht heute einzig die Außenhandelsstatistik Deutschlands
im August zur Veröffentlichung an. Erwartet wird ein
Handelsbilanzüberschuss von 16.3 Mrd. Euro, um 0.5 % gestiegene Exporte
und ein leichter Rückgang der Importe (0.2 %).
Zur Wochenmitte liefern Industrieproduktion aus Frankreich und Italien
weiter Einzelheiten für die Eurozone in Gänze. In den Vereinigten
Staaten richtet sich die Aufmerksamkeit auf Inflationsdaten. Erzeuger-,
Verbraucher- und Importpreise dürften zunehmenden Preisdruck
signalisieren.
Am Primärmarkt stocken die Niederlande heute die im Januar 2047 fällige
DSL um 1 Mrd. Euro auf. Der Bund versteigert 500 Mio. Euro des im April
2026 fälligen Linkers. Zur Wochenmitte bietet die Finanzagentur des
Bundes 3 Mrd. Euro der 10-jährigen Bundesanleihe an.
Italien mit BTPs im Volumen von etwa 7 Mrd. Euro und Portugal mit der
Aufstockung 10- jähriger Papiere um etwas mehr als eine Mrd. Euro nehmen
den Markt ebenfalls in Anspruch. Das amerikanische Schatzamt versteigert
zuzüglich zu ca. 150 Mrd. USD Geldmarktpapieren bis zu einem Jahr
Laufzeit auch 3-, 10- und 30-jährige Staatsanleihen im Volumen von 74
Mrd. USD.
Technik:
Der Bund-Future machte die Verluste von Ende letzter Woche wett und
schloss (158.06) 49 Stellen über Vortagsniveau. Die Indikatoren auf
Tagesbasis liefern kein einheitliches Bild, zeigen aber
Stabilisierungsansätze. Auf Wochensicht bleibt das technische Umfeld
trotz teilweise überverkauftem Niveau schwierig.
Unterstützungen liegen bei 157.89 (Tief v. 26.09.), 157.75/74 (Tief v.
25.09./04.10.), 157.59 (Trend), 157.50 (Tief v. 08.10), 157.33 (Tief v.
05.10.) und 156.90 (Tief v. 12.06.).
Widerstände sehen wir bei 158.23 (Hoch v. 08.10.), 158.48 (Hoch v.
04.10.), 158.86 (38.2 %- Fibonacci von 161.33 bis 157.33), 158.99 (Hoch
v. 01.10.), 159.25/29 (Hoch v.28./17.09.), 159.46 (Hoch v. 03.10.
,159.78/80 (Hoch v. 02.10./61.8 %).
Unterstützungen 157.89 157.74 157.50
Widerstände 158.23 158.48 158.86


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